Quellentexte (Auswahl)

1829 kam der bildkünstlerische und schriftliche Nachlass von Angelika Kauffmann aus Rom nach Vorarlberg zu ihren Erben. Er befindet sich heute teils in Bregenz im vorarlberg museum und teils in diversen Archiven und Privatsammlungen. Weitere Dokumente liegen u. a. in Bregenz, Vorarlberger Landesarchiv, Chur, Staatsarchiv Graubünden, London, British Library, National Archives, R. A. Archive, Los Angeles, Getty Research Institute,  Rom, Archivio di Stato di Roma, Weimar, Goethe- und Schiller-Archiv, Thüringisches Hauptstaatsarchiv, Wien, HHStA, Österr. National Bibliothek u. v. m.

Das AKRP verfügt über eine umfassende Dokumentation dieser und anderer Archivalien von und über Angelika Kauffmann. Dazu gehören Akademiediplome, Ehevertrag, Preislisten, Briefe von, an und über Angelika Kauffmann, Trauungsurkunde, Testamente u. a.

Eine Auswahl dieser Schriften und Dokumente werden derzeit von Gabriele Ewenz in Zusammenarbeit mit Bettina Baumgärtel erfasst, in eine lesbare Schreibweise übertragen und mit Kommentaren versehen. Der Quellenkorpus wird demnächst veröffentlicht.

Abb. 90 Giuseppe Carlo Zucchi: Memorie istoriche Maria Angelica Kauffman-Zucchi, Venezia 1787, Hs, Bregenz, vorarlberg msueum, Archiv VLM © Bregenz, vorarlberg museum
Abb. 90 Giuseppe Carlo Zucchi: Memorie istoriche Maria Angelica Kauffman-Zucchi, Venezia 1787

Giuseppe Carlo Zucchi: Memorie istoriche Maria Angelica Kauffman-Zucchi, Venezia 1787 (beendet Juli 1788); ders., Bd. 1, Rom 1788 u. Bd. 2, Rom 1790 (Handschrift im Archiv Vorarlberger Landesmuseum Bregenz).
Es handelt sich um die erste Biographie noch zu Lebzeiten, teils abweichend von G. G de Rossi von 1810/11. Sie wurde erstmals 1998 im Katalog der Retrospektive Angelika Kauffmann ausgewertet, 1999 wurde sie von H. Swozilek herausgegeben.

„Memorie delle piture fatte d´Angelica Kauffman […]“ (Handschrift im Archiv der Royal Academy London).
Es handelt sich um eine Gemäldeliste von Dezember 1781 bis 1798, verfasst von Antonio Zucchi, ergänzt von der Künstlerin selbst. Die englische Übersetzung von Donna Stella Vintelleschi „Memorandum of Painting“ (in Manners & Williamson 1924) ist nach heutigem Kenntnisstand recht korrekturbedürftig. Die italienische Transkription legte Carlo Knight vor, 1998 herausgegeben von der Accademia Nazionale di San Luca in Rom. Vergleiche dazu Wendy W. Roworth: „Angelica Kauffman´s ‚Memorandum of Paintings”, in: Burlington Magazine, 126, 1984, S. 629-30.

Abb. 16 Ehevertrag Kauffmann-Zucchi, 10. Juli 1781, Detail © Bettina Baumgärtel, Archiv
Abb. 16 Ehevertrag Kauffmann-Zucchi, 10. Juli 1781, Detail

Eine sachliche Interpretation der Quellen zu den zwei Vermählungen der Künstlerin erstmals von:
Peter Leisching: Von böser und von guter Ehe. Die beiden Heiraten der Angelika Kauffmann, in: Jahrbuch d. Vorarlberger Landesmuseumsvereins, Bregenz 1991, S. 373-378

Über Angelika Kauffmann berichten berühmte Zeitgenossen in Briefen, Tagebüchern, Reiseberichten und Erinnerungen, u. a. Anna Amalia von Sachsen-Weimar, Katharina P. Bariatinskaja, geb. Holstein-Beck, Fanny Burney, Friederike Brun, Joseph Farington, Heinrich Füssli, Joahnn Gerning, Salomon Gessner, Luise E. von Göchhausen, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Gottfried Herder und Caroline Herder, George Keate, Friedrich Gottlieb Klopstock, August von Kotzebue, Louise Fürstin von Anhalt-Dessau, Friedrich von Matthisson, Johann Heinrich Meyer, Friedrich Müller, gen. Maler Müller, Elisabeth von der Recke, Friedrich Leopold Graf zu Stolberg-Stolberg, Luise Gräfin zu Stolberg-Stolberg, Heinrich Peter Helferich Sturz, Elisabeth Vigée-Lebrun, Horace Walpole, Jean Gaspard Weiss, Johann Joachim Winckelmann u. v. m.

Einen Überblick hauptsächlich des Weimarer Kreises und der Literaten ihrer Zeit bietet:
Eugen Thurnher: Angelika Kauffmann und die deutsche Dichtung (Vorarlberger Schrifttum, Bd. 10), Bregenz o. J. (1966); siehe auch die Regestausgabe der Briefe Kauffmann an Goethe

Eine umfangreiche Auswahl von Briefen von Angelika Kauffmann ist zu finden in:
Angelica Kauffmann: „mir träumte vor ein paar Nächten, ich hätte Briefe von Ihnen empfangen“. Gesammelte Briefe in den Originalsprachen, hrsg. u. kommentiert v. Waltraut Maierhofer, Konstanz 2001

Eine Auswahl von Dokumenten und Briefen wurde nochmals publiziert und kommentiert in:
„Angelika Kauffmann. In Liebe ans Vaterland“, bearb. v. Magdalena Häusle, mit Beiträgen v. Waltraud Maierhofer u. Kirsten Kumpf, Förderverein „Freunde Angelika Kauffmann Museum Schwarzenberg“ (Hg.), Angelika Kauffmann Museum Schwarzenberg, Hohenems 2008

Angelika Kauffmann Wahlverwandte, mit Beiträgen v. Alois Niederstätter, Petra Zudrell u. a., Bd. II der Ausstellungstrilogie „Der Traum vom Glück“, Förderverein ‚Freunde Angelika Kauffmann Museum Schwarzenberg’ (Hg.), Hohenems 2010

Ingrid Sattel-Bernardini: Das Bildnis Ludwigs I. von Bayern. Die Entstehungsgeschichte nach Briefen des Friedrich Müller, genannt Maler Müller, in: Ausst. Kat. Düsseldorf 1998, S. 91-97, 435

Jean-Gaspard Weiss: Autobiographie. Lebens- und Reisebericht eines Musikers aus dem 18. Jahrhundert,  Tobias Bonz u. Eliane Michelon (Hg.) in Zusammenarbeit mit den Archives de Mulhouse und Antichi Strumenti (ortusstudien 10), Beeskow 2012; ISBN 978-3-937788-23-4

Gert Ammann: „Ich Maria Angelica Kaufmann von Schwarzenberg im Bregenzerwald Konstanzer Kirchensprengel (Aus Zufall in Chur in Graubünden geboren) […]“. Zur Geschichte der Erwerbungen von Werken der Angelika Kauffmann (Chur 1741-1807 Rom) im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum in Innsbruck. Handschriftliche Dokumente im Vereinsarchiv u. in der Bibliothek, in: Wiss. Jb. d. Tiroler Landesmuseen 2012, Bd. 5, Innsbruck/Wien/Bozen 2012, S. 106-171