Neue Ausstellung: „Verrückt nach Angelika Kauffmann“, 30. Januar bis 24. Mai 2020

23. Januar 2020|Veranstaltungen|1 Kommentare

Der Kunstpalast in Düsseldorf widmet Angelika Kauffmann, der wohl berühmtesten Malerin der Aufklärung und Empfindsamkeit, eine große Überblicksausstellung. Insgesamt werden über 100 Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen gezeigt, darunter etliche Werke, die erstmals öffentlich zu sehen sein werden. Kuratiert wird die Ausstellung von Dr. Bettina Baumgärtel, Leiterin des Angelika Kauffmann Research Project.

Angelika Kauffmann | Selbstbildnis mit Zeichengriffel, um 1768, Öl auf Leinwand, 60,8 x 43,4 cm, Privatsammlung © Privatsammlung / Foto: AKRP, Justin Piperger

Die von J. G. Herder als „vielleicht kultivierteste Frau in Europa“ beschriebene Künstlerin durchlief eine für Frauen beispiellose Karriere. In jungen Jahren sowohl in der Malerei als auch der Musik, vor allem im Gesang, talentiert, trat Kauffmann als Wunderkind hervor. Nach der malerischen Ausbildung in Italien (1759-1766) erlangt sie hohes Ansehen in London, protegiert von britischen Adeligen, wurde Kauffmann berühmt für ihre Historien- und Bildnismalerei. 1782 verschlug es die angesehene Malerin nach Rom, wo sie ein eigenes Atelier eröffnete, welches schon bald zu einem kultivierten Salon avancierte, besucht von internationalen Auftraggebern und Künstlern.

„Viele von Kauffmanns Werken galten als stilprägend und lösten einen regelrechten ‚Kauffmann-Kult‘ aus“, hebt die Kuratorin Bettina Baumgärtel hervor. „Ihre wegweisenden Historienbilder, ihre glanzvollen Porträts, ihre literarischen und mythologischen Szenen geben einen umfassenden Einblick in eine Epoche, die gleichermaßen von der Vernunft wie auch von der Empfindsamkeit geprägt war.“

Die Ausstellung führt gegliedert in neun Kapitel durch das Leben und Wirken Kauffmanns. Beginnend mit ihren Frühwerken, durch ihre Blütezeit in London, den römischen künstlerischen Salon und den englischen Porträtmarkt, führt die Ausstellung weiter durch Kauffmanns Historienmalerei und ihre Wirkung auf Zeitgenossen als Modemacherin.
Bedingt durch ihren Geschäftssinn, ihr Marketing, die Image- und Auftraggeber-Pflege war Kauffmann so erfolgreich, dass sie sich ganz der Historienmalerei widmen konnte. Vor allem ihre Einfigurigen Historien sorgten dafür, dass sich Angelika Kauffmann bald zu einer Wegbereiterin der Empfindsamkeit entwickelte.

Eines der Glanzstücke der Ausstellung im Kunstpalast bilden die vier Deckengemälde der Royal Academy of Arts, die Kauffmann zwischen 1778 und 1780 für das Somerset House in London gefertigt hat. Heute befinden sich diese Werke im Vestibül des Burlington House und werden somit 2020 erstmals außerhalb von London gezeigt.

Die Ausstellung zeigt darüber hinaus expressive Bildnisse von Persönlichkeiten aus Kauffmanns Zeit und schließt mit Kauffmanns religiösem Spätwerk ab. Bis zu ihrem Tod 1807 erlangte Angelika Kauffmann ein solch hohes Ansehen als Künstlerin, dass sie mit Büsten für das Pantheon in Rom und die Walhalla in Regensburg geehrte werden sollte. Zwei dieser Büsten sind ebenfalls Teil der Ausstellung gezeigt.

Zu den Leihgebern der Ausstellung gehören renommierte öffentliche und private Sammlungen aus Europa, den USA und Russland. Darunter die Royal Collection / HM Queen Elizabeth II und The British Museum in London, die Staatliche Eremitage in St. Petersburg, die Galerie degli Uffizi in Florenz oder The National Museum of Women in The Arts in Washington D.C.

Gefördert wird die Ausstellung durch die Kunststiftung NRW, die Rudolf-August-Oetker Stiftung, die Ernst von Siemens Kunststiftung, die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, die Deutsch-Schweizerische Wirtschaftsvereinigung sowie durch das Schweizerische Generalkonsulat.

Im Hirmer Verlag erscheint ein wissenschaftlicher Katalog mit Beiträgen von Bettina Baumgärtel, Inken M. Holubec, Johannes Myssok und Helen Valentine, sowie einem Vorwort von Felix Krämer; 208 Seiten, ca. 144 Abbildung, € 39,80. Der Katalog ist auf Deutsch und auf Englisch erhältlich.

Die Ausstellung läuft in Düsseldorf vom 30. Januar bis 24. Mai 2020. Da es sich um eine Kooperation mit der Royal Academy of Arts in London handelt, wird die Ausstellung vom 28. Juni bis 20. September 2020 auch in London zu sehen sein.

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